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Die Formulation
Die Spur des Einzelnen
ist die Spur aller Menschen, egal wo auf der Welt. Stets von der eigenen
Person geprägt, gehört diese Spur jedoch dem Universalgefüge Formulation
an.
Jenseits künstlerischer
Gesetze und Funktionen und jenseits kunsterzieherischer oder kunsttherapeutischer
Ansprüche spielt sich die Formulation gewissermaßen als Ausdrucksform
des organischen Gedächtnisses ab, vergleichbar etwa mit der vorprogrammierten
Entwicklung einer Pflanze: je nach Art der äußeren Einflüsse würde sie
gut oder weniger gut gedeihen. Das gilt gerade auch für die Entwicklung
des Menschen vom ersten Tag an - und insbesondere für die Entwicklung
seiner natürlichen Spur im Raum des Blattes.
Die Formulation ist
nicht auf Wirkung und deren Folgen angewiesen. Sie ist von keinem Empfänger
abhängig.
Es ist nicht schwer, die ihr eigenen Gesetzmäßigkeiten zu erfassen. Dem
Dienenden im Malort sind sie vertraut. Die Kenntnis der Formulation ist
elementare Bedingung, um im Malort den kleinen und großen Kindern in einem
Verhalten ohne Bestaunen, ohne Deuterei, ohne Belehrungsdrang zu dienen.
Hier soll die Formulation
nicht ausführlich beschrieben werden.
Nur soviel: sie ist ein eigenständiges, gegliedertes Universalsystem,
das sich mehrschichtig äußert. Sie entäußert sich mit den ersten motorisch
bedingten Spuren des Kindes in der Erde, auf dem Tisch, im Brei...auf
dem Blatt.
Als allererste Spuren werden durcheinander und ineinander kreisende Gesten,
die Giruli, und / oder durch das Beklopfen des Blattes hervortretende
Striche und Punkte, die Punktili, sichtbar.
Daraus entwachsen im Verlaufe der kindlichen Entwicklung die Erstfiguren.
Es kommt schließlich zu den Bild-Dingen und Trazaten.
In einer neuen Phase drängt mit dem Entstehen der Hauptfiguren
das organisch Bestimmte in den Vordergrund.
Jeder Mensch, auch der Spätbeginnende, überwindet in der Geborgenheit
des Malortes die anerzogenen und angelernten Hemmungen und findet über
seine Trazate aus den Tiefen seines Wesens zu seinen Hauptfiguren
und somit zu seiner natürlichen Spur, zu seinem persönlichen
Ausdruck!
(Näheres
unter: www.arnostern.com
oder in: Arno Stern: Die natürliche Spur. Bocholt 1996)
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