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Es bestehen zwei Möglichkeiten, den Malort zu erfahren: Als Spielender, der seinen Ausdruck erlebt — oder als Dienender, dessen Rolle zu einer besonderen Art von Beziehungen führt. Jeder Spielende nimmt
sich selber ein Blatt Papier aus dem Fach und trägt es zur Wand, wo es
befestigt wird. Der Spielende kann sich von nun an ganz dem Werden seines
Bildes widmen. Deswegen wird er bedient. Der Dienende
lässt das Malen jedes einzelnen geschehen.
Der Palettentisch
in der Raummitte verkörpert die soziale Komponente in diesem Spiel, hierher
kommt jeder... Die Gruppe besteht aus etwa 6 — 10 Beteiligten jeden Alters. Diese Verschiedenheit wirkt dem angelernten Vergleichen entgegen und fördert die Konzentration auf die eigene Spur. So können fünfjährige Kinder neben fünfzigjährigen Kindern malen. Alles geschieht in Ruhe und ohne Eile. In der uneingeschränkten Geborgenheit des Malortes kann dem Malenden eine Spur entfließen, die für niemanden bestimmt ist, die niemand beschaut und niemand erwartet. Das Malen folgt dem in Vergessenheit geratenen inneren Bedürfnis, etwas absichtslos geschehen zu lassen. Die Spur wird bald leicht, nicht mehr Trägerin einer Botschaft, bald weniger von Erwartungen beschwert und verfremdet. Man malt zunehmend freier, befreiter. Die Spur wird die eigene - natürliche, persönliche - Spur. Das Erleben dieser Äußerung stärkt die Persönlichkeit. Allein dem eigenen
Tun und Erleben gilt die Aufmerksamkeit. Der Prozess ist wichtig, nicht
das Produkt. Arno Stern bezeichnet das Malspiel im Malort auch als Formulationsspiel. Regeln
sind Ermöglichungen - ...
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