-Erfurt.de
 
zurück
zur ersten Seite

Ursprung

Ursprung und Spezifik

Spezifik

Das Malspiel

Der Raum

Der Raum

Aktuelles und Termine

POIESIS

Person

Kontakt und Impressum und Links

Kontakt
Impressum
Gästebuch

zurück
zur ersten Seite

Es bestehen zwei Möglichkeiten, den Malort zu erfahren: Als Spielender, der seinen Ausdruck erlebt — oder als Dienender, dessen Rolle zu einer besonderen Art von Beziehungen führt.

Jeder Spielende nimmt sich selber ein Blatt Papier aus dem Fach und trägt es zur Wand, wo es befestigt wird. Der Spielende kann sich von nun an ganz dem Werden seines Bildes widmen. Deswegen wird er bedient.
Der Dienende richtet seine Aufmerksamkeit darauf, dass der Spielende nicht aus dem Malfluss gerät. Dem Spielenden soll es an nichts fehlen. Was er über die reinen Farben vom Palettentisch hinaus zum Malen benötigt, bringt ihm der Dienende. Zum Beispiel zusätzliche Farben auf kleinen Schälchen zum individuellen Farbenmischen oder Wasser oder einen anderen Pinsel oder einen Hocker zum Darauf-Sitzen-oder- Stehen...
Der Dienende wechselt auch rechtzeitig oder auf Verlangen die Reißnägel, mit denen das Papier zu Beginn an der Wand befestigt wurde. Der Spielende soll ja nicht um die Reißnägel herum malen müssen. Natürlich könnte der Spielende auch alleine den jeweiligen Reißnagel wechseln, doch vollzieht sich so wieder und wieder eine dem Spiel angehörende Kommunikation, die nicht nach einer Begutachtung der Spur auf dem Blatt verlangt und dennoch eine achtsame Begegnung bedeutet.

Der Dienende lässt das Malen jedes einzelnen geschehen.
Seine Rolle äußert sich ausschließlich darin, die Spielenden, so gut es geht, mit den zum Malen notwendigen Mitteln zu versorgen, damit diese unbekümmert und ungestört malen können.

Der Palettentisch in der Raummitte verkörpert die soziale Komponente in diesem Spiel, hierher kommt jeder...
In einer Gruppe mit anderen zu malen, erweist sich einerseits als Übung in Abgrenzung, einer wertfreien Möglichkeit, bei sich selbst zu sein, andererseits übt man sich auch in der Fähigkeit, den anderen er selbst sein zu lassen.

Die Gruppe besteht aus etwa 6 — 10 Beteiligten jeden Alters. Diese Verschiedenheit wirkt dem angelernten Vergleichen entgegen und fördert die Konzentration auf die eigene Spur. So können fünfjährige Kinder neben fünfzigjährigen Kindern malen. Alles geschieht in Ruhe und ohne Eile.

In der uneingeschränkten Geborgenheit des Malortes kann dem Malenden eine Spur entfließen, die für niemanden bestimmt ist, die niemand beschaut und niemand erwartet. Das Malen folgt dem in Vergessenheit geratenen inneren Bedürfnis, etwas absichtslos geschehen zu lassen. Die Spur wird bald leicht, nicht mehr Trägerin einer Botschaft, bald weniger von Erwartungen beschwert und verfremdet. Man malt zunehmend freier, befreiter. Die Spur wird die eigene - natürliche, persönliche - Spur.

Das Erleben dieser Äußerung stärkt die Persönlichkeit.

Allein dem eigenen Tun und Erleben gilt die Aufmerksamkeit. Der Prozess ist wichtig, nicht das Produkt.
Daher verbleiben die entstandenen Bilder im Malort!
Die Freude über das beim Malen Erlebte oder über das durch das Malen Geschaffene bleibt eine persönliche Angelegenheit, ein ganz persönlicher Gewinn.

Arno Stern bezeichnet das Malspiel im Malort auch als Formulationsspiel.

Regeln sind Ermöglichungen - ...
"Je strenger die Spielregeln, um so freier der Ausdruck."
(Arno Stern)

Spielregeln im Malort

 

nach oben