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Die Existenz dieses kostbaren Refugiums ist Arno Stern zu verdanken, der vor über 50 Jahren in Paris mit dem ersten Malort Bedingungen schuf, in denen sich das Kind ungestört entfalten konnte, weil seine gemalte Spur weder bestaunt noch gedeutet wurde.

Noch immer arbeitet Arno Stern in seinem Closlieu und bedient kleine und große Kinder im Malspiel.

Die Regeln dort sind Spielregeln. Denn es handelt sich beim Malen im Malort um ein Spiel, um ein Malspiel.
Ein Spiel hat Regeln, die für jeden Mitspieler verbindlich sind. So verhält es sich auch mit den Spielregeln beim Malspiel, die jeder Beteiligte schnell erfassen kann, sobald er sich im Malort darauf einlässt... Regeln werden als Ermöglichungen angenommen, die der freien, unabhängigen, selbstbewussten Äußerung des Menschen dienen. Das bereichert und stärkt ihn über den Raum des Malortes hinaus...

Inzwischen sind in vielen Ländern Malorte nach dem Vorbild von Arno Sterns Closlieu entstanden. Und jeder tritt, entsprechend der Rahmenbedingungen vor Ort, mit seiner eigenen Besonderheit in Erscheinung.

 

Die Malerei kann eine Kunst sein, kann aber auch ein Spiel sein:
das schönste Spiel der Kindheit."

Arno Stern

 

Gewöhnlich werden Kinderzeichnungen mit neugierigem Entzücken bestaunt. Oft wird das Kind gebeten, sein Bild zu erklären. Gern wird es dafür gelobt oder bewundert, oft auch belächelt oder belehrt.

Durch den Vergleich mit Werken von Künstlern wird die ursprünglich absichtslose Spur des Kindes von den hilflosen Erwachsenen als abstrakte Kunst vereinnahmt oder als primitive und unfertige oder sinnlose Kritzelei entwertet. Das Kind lernt, dass es für seine Spur einen Empfänger gibt, dem es nun bewusst oder unbewusst entsprechen möchte.

So auch beim Kind im Erwachsenen...

Diesem Abhängigkeitsverhalten kann das Malen im Malort entgegen wirken. Hier wird dem Beteiligten das absichtsfreie Äußern der individuellen Spur ermöglicht. Hier, in der Abwesenheit von Bestaunen, Bewerten und vergleichendem Wettbewerb, ist der persönliche Ausdruck erwünscht.

Hier gibt es keinen Empfänger für das, was man tut. Und es verflüchtigt sich über die Zeit der selbstauferlegte Zwang, einem anderen etwas senden zu müssen, was ja in aller Regel auch mit gewissen Erwartungen an sich und mit vermeintlichen Erwartungen von der Umwelt beladen ist. Allein die Tat, das Geschehenlassen der Tätigkeit zählt — das Wachsen und Verwandeln, Verfeinern und Verstärken der aus den farbigen Spuren sich entwickelnden Formen und Gebilde...

In der Geborgenheit des Raumes wird die von der Vernunft anerzogene hemmende, ja sogar oftmals das entschlossene Handeln blockierende Selbstkontrolle nach und nach überwunden zugunsten eines befreiten persönlichen Ausdrucks. Die die persönliche Entfaltung störende Selbstkontrolle und der Anspruch, man müsse etwas schaffen, das von anderen gewertschätzt wird oder die Angst, man könne irgendwelchen Erwartungen nicht genügen, verlieren mit zunehmender Erfahrung beim Malspiel im Malort an Macht.

Bald malt man unbefangener, ungefangener, ungehemmter, unvernünftiger, gelassener, unverkrampfter, fließender, in sich selbst ruhender, freier...

Die Erfahrungen im Malort übertragen sich auf das persönliche Auftreten im Alltag. Man verhält sich unabhängiger, sich seiner eigenen Ansprüche, Wünsche und Fähigkeiten bewusster. Und man kann lernen, sich selber und andere -besser- zu akzeptieren und zu achten...

 

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